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Fr, 04.02.2011 - dapd/csr/sl /4 041746 Feb 11

"Experte: Bayern nicht ausreichend für Cyber-Attacken gerüstet

München (dapd-bay). Bayern ist nach Ansicht von Experten nicht ausreichend für Angriffe aus dem Internet gerüstet. Der Münchner IT-Sicherheitsexperte Arne Schönbohm sagte dem BR-Jugenprogramm on3, es gebe bei den bayerischen Behörden erheblichen Verbesserungsbedarf.

Während es laut Bundesverfassungsschutz auf Bundesbehörden 2009 mehr als 1600 Cyber-Angriffe fremder Nachrichtendienste pro Jahr gab, liegen dem bayerischen Verfassungsschutz dem Bericht zufolge bislang keine Anzeichen für Cyber-Attacken von Nachrichtendiensten auf bayerische Behörden vor. Schönbohm, der unter anderem die NATO berate, bezweifelte, dass es keine solche Angriffe auf den Freistaat gegeben haben soll. Das sei «sehr unwahrscheinlich».

«Diese Angriffe finden statt», betonte der Experte mit Blick auf die Beteiligung der CSU an der Bundesregierung. Es sei sicherlich für ausländische Nachrichtendienste «hochinteressant zu verstehen, wie die bayerischen Politiker denken, weil daraus ja das Regierungshandeln entsteht.»

Der Leiter des sechsköpfigen Computer Emergency Response Teams (CERT), das für die Sicherheit sämtlicher Mitarbeitercomputer der Behörden im Freistaat verantwortlich ist, Thomas Kaiser, sagte laut on3, Cyber-Attacken seien «so ausgeklügelt ausgetüftelt», dass sie mit den üblichen Methoden wie «Viren-Scannern oder Super-Virenscannern» nicht festzustellen seien. Bei der Erkennung solcher Angriffe durch fremde Nachrichtendienste sei das CERT auf Informationen der Bundesbehörden angewiesen. Zudem brauche das CERT mehr qualifiziertes Personal mit Erfahrung im IT-Sicherheitsbereich, um sich gegen Cyber-Attacken besser wappnen zu können, betonte Kaiser. Die bisherigen Gehalts- und Personalstrukturen ließen das noch nicht zu."

# dapd/csr/sl /4 041746 Feb 11

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